Sharing Economy: Europas Städte verbünden sich gegen Airbnb

Bürokratien sind oft dann für das Individuum gefährlich, wenn sie sich zusammen tun und organisieren. Genau dies passiert jetzt in Europa: Europas Städte verbünden sich gegen Airbnb. Wie die Süddeutsche schreibt, reisen diese Woche Bürgermeister sogenannter Anti-Airbnb-Städte nach München, um sich gegen die Wohnungsplattform zu verbünden.

Sie werfen Airbnb vor, „illegale Hotels“ in ihren Städten zu ermöglichen und zu stärken – und wollen sogar das EU-Recht in ihrem Sinne verändern. Seit Jahren führen der Pariser Politiker Brossat und die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo einen Kampf gegen Airbnb: Die Plattform soll für knappen Wohnraum und steigende Mieten verantwortlich sein.

„Im Zentrum von Paris werden 26 Prozent der Wohnungen nicht von Bürgern der Stadt bewohnt“, schimpft der Vizebürgermeister der Seine-Metropole, der für Wohnen zuständig ist. „In den Innenstadtbezirken schließen erste Schulen.“ Erhebliche Mitschuld daran, dass die Pariser zu Tausenden aus der Stadt ziehen, trägt Brossat zufolge Airbnb. Von den 65 000 Unterkünften, die der US-Wohnungsvermittler in Frankreichs Hauptstadt anbietet, seien fast die Hälfte „illegale Hotels“

weil sie nicht nur gelegentlich, sondern permanent an Touristen vermietet würden. An diesem Donnerstag reist Brossat zu einem Treffen von Vertretern europäischer Großstädte, das an der Technischen Universität München ausgerichtet wird. Laut Tagesordnung geht es ganz allgemein um „Möglichkeiten und Herausforderungen“ der sogenannten Sharing Economy. Konkret jedoch verbirgt sich dahinter der Versuch der Städte, ihre Kräfte gegen Airbnb zu bündeln und das EU-Recht in ihrem Sinne zu verändern. Zur Allianz der Anti-Airbnb-Städte, die sich zurzeit formt, zählen neben Paris jetzt schon die Touristenmagneten Amsterdam, Barcelona, Berlin und Lissabon.

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